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Ehekrach durch Spam-mails
(Vorverurteilung eines Unschuldigen....)


Bei mir zuhause hängt der Haussegen schief. Und wer hat Schuld an der Misere? Der Computer. Nein, es ist nicht so, wie Sie denken. Ich habe die »nur noch fünf Minuten« nicht um Stunden überzogen. Ich habe meiner Frau nur ein E-Mail-Konto eingerichtet. Seitdem denkt sie, ich bin ein Schwein.

Second-Hand-Mail
Klarer Fall: Alle Freundinnen meiner Frau haben bereits seit langem einen eigenen Mail-Account. So können sie sich nicht nur am Telefon stundenlang gegenseitig die Ohren vollschnattern, sondern abends auch noch ellenlange Mails austauschen. Immer wieder maulte meine Frau dann, dass es wohl nicht angehen könne, dass sie einen Computerexperten zu Hause habe, aber keinen eigenen E-Mail-Anschluss. Irgendwann ließ ich mich vom sanften Nörgeln erweichen und baute ihr in ihren Rechner eine Fritz-Karte aus einem ausrangierten Kellerrechner ein. Just an dieser Schnittstelle zwischen PC und Buchse in der Wand lag es nämlich, dass sie bislang noch nicht mit-mailen konnte. Natürlich gab es die üblichen Probleme bei der Installation, weil die Fritz-Karte partout den gleichen IRQ wie die Soundkarte haben wollte. Doch irgendwann ging alles glatt. Ich gab meiner Frau einen alten Sicherheits-Account von mir, für den ich bereits seit Jahren Geld bezahlte, ohne ihn groß zu nutzen.

Mit kalkweißem Gesicht zerrte sie mich vor den Monitor
Schritt für Schritt erklärte ich ihr dann, wie man unter CompuServe Mails aufsetzt, verschickt und neue empfängt. Ich berichtete von Signaturen und vom »Quoten« (Zitieren) und zeigte außerdem auf, wie man Anhänge verschickt. Besonders spannend war es für meine Frau, selbst E-Mails zu bekommen. Schon am nächsten Tag waren ganz viele da. Mit kalkweißem Gesicht und blutleeren Lippen zerrte sie mich zum Monitor, um mir die Mails zu zeigen: »Alte Oma braucht es mörderisch«, »Geile Schulschlampe macht's anal« und »Hi Carsten, kommt mich mal wieder besuchen«. Ich schaute mir die Mails an, von denen die meisten in englischer Sprache vorlagen und zum Teil deutlich drastischere Worte fanden, die ich hier allerdings nicht wiederholen möchte.

»Und?« fragte ich.

»Das ist doch dein alter Account. Du bist ein Ferkel, ein sexueller Moloch, ein Mädchenschänder, ein Triebschwein, ein...«

Bevor die verbalen Beschimpfungen noch schlimmer wurde, löschte ich die Mails und berichtete meiner Frau vom Spam.

Da gibt es tatsächlich skrupellose Online-Firmen im Netz, die sind scharf auf jeden neuen Kunden. In der Folge schicken sie Millionen Werbe-Mails ins Internet. Immer in der Hoffnung, dass eine davon schon das Interesse des Empfängers wecken wird und ihn zu einem Besuch in einem kostenpflichtigen Sexclub verleiten wird. Bei CompuServe ist es besonders einfach, Spam-Mails zu versenden. Die Mail-Adressen bestehen hier nämlich aus einem einfachen Nummerncode. Wer Mails einfach an alle nur möglichen Ziffernkombinationen verschickt, wird schon ein paar Empfänger erwischen.

Der Tag beginnt mit einer digitalen Klospülung
Ich erklärte meiner Frau auch, dass die Pornomails fast immer nur in der Nacht eintreffen. Ich habe es mir längst angewöhnt, jeden Morgen einmal ins Netz zu gehen und alles gleich noch auf dem Server zu löschen, was meinen Verdacht erregt. Erst nach dieser digitalen Klospülung hole ich meine Post mehrmals täglich mit »alles senden / alles empfangen«. Auch dann ist noch genügend Mist dabei.

Auch Namen und Adressen werden gehandelt
»Aber hier spricht dich doch eine mit Namen an«, grummelte meine Frau. Ich hoffte, auch diesen Vorwurf entschärfen zu können. Denn es gibt im Internet viele Adresshändler, die Fakten zu den im Netz aktiven Anwendern sammeln und diese weiterverscherbeln. Dank meiner Aktivitäten im Netz ist meine E-Mail-Adresse in zahlreichen Listen enthalten - der Datenklau ist da kein Problem mehr. Und schon kann ein Übeltäter mich mit meinem Namen ansprechen.

Nix verstanden
Mit einem Winken wurde ich davongeschickt. Uff, noch mal vom Haken gerutscht. Als ich das nächste Mal an ihrem Arbeitszimmer vorbeischlenderte, hörte ich sie telefonieren. Natürlich mit ihrer besten Freundin Bärbel. Ich lauschte: »Ist dein Mann auch so versaut? Meiner bekommt anscheinend den ganzen Tag Porno-Mails zugeschickt. Wer weiß, wo der sich überall im Netz herumgetrieben hat. Und ich hab jetzt seinen Account und muss mir den Schmutz durchlesen....«

Was kann ich denn dafür? Es ist zum Verzweifeln...